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Buch, 288 Seiten
Best.-Nr.: 10013-0

Luis Alvarez, Véronique Cayol

Psychologie der Schwangerschaft

Veränderungen bewusst erleben und sich selbst verstehen

Nicht nur der weibliche Köprer verändert sich während der Schwangerschaft, auch in der Psyche der werdenden Eltern spielen sich intensive physische Umwälzungen ab. Die Autorinnen beschreiben erstmalig detailliert die psychischen Prozesse, die Schwangerschaft, Geburt und Stillen für Paare mit sich bringen.

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Eltern zu werden geht mit tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit einher, vergleichbar mit denen in der Pubertät. Nicht nur der weibliche Köprer verändert sich daher, auch in der Psyche der werdenden Eltern spielen sich intensive physische Umwälzungen ab. Beide, Mutter und Vater, müssen mit mit Ängsten, Hoffnungen und mit neuen familiären Beziehungen zurecht kommen. Die Autorinnen beschreiben erstmalig detailliert die psychischen Prozesse, die Schwangerschaft, Geburt und Stillen für Paare mit sich bringen.

Eine Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und ein auf das Ungeborene spezialisierter Psychiater möchten mit dem vorliegenden Buch werdenden Eltern „eine Art Reiseführer zum eigenen Kind mit auf den Weg geben“. Hierzu befassen sie sich – laut Klappentext und einführenden Abschnitten – mit den psychischen Veränderungen, die mit der Schwangerschaft und dem Elternwerden einhergehen. Diese Zeit im Leben von Mann und Frau könne (analog zur Jugendzeit) krisenhaften Charakter haben, verbunden „mit einer erheblichen Erschütterung von Körper, Psyche sowie der bestehenden Beziehungen“. Die AutorInnen verstehen „Krise“ hierbei durchaus positiv als „Transformation, die neue Möglichkeiten eröffnet“.

Neben der Beschreibung der ablaufenden Veränderung soll es in dem Buch um psychologische Befindlichkeiten gehen, die häufig mit einer Schwangerschaft assoziiert sind. Die AutorInnen möchten hierdurch bei der Leserin oder dem Leser Verständnis für diese Veränderungen wecken, damit diese bewusst erlebt werden können. Zum anderen wollen sie psychischen Störungen vorbeugen, indem sie werdende Eltern ermutigen, gegebenenfalls psychologische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Buch gliedert sich in die vier Teile „Eltern werden“, „Das Seelenleben in der Schwangerschaft“, „Die Psyche rund um die Geburt und die Begegnung mit dem Kind“ sowie „Psychiatrische Aspekte der Schwangerschaft und die erste Zeit nach der Geburt“. Die Darlegungen der Autoren werden illustriert durch Erfahrungsberichte von Frauen und Männern (wahrscheinlich KlientInnen von Alvarez und Cayol).

Ich finde alle diese Themen sehr interessant und wichtig für unseren Berufsalltag. Auch kann ich mir gut vorstellen, dass sich besonders motivierte und wissbegierige werdende Eltern von dem Buchtitel angesprochen fühlen. Mich persönlich hat es jedoch große Überwindung gekostet, das Buch von Anfang bis Ende durchzuarbeiten. Vielleicht liegt es an der Übersetzung aus dem Französischen, vielleicht an der psychoanalytischen Prägung der beiden AutorInnen. Jedenfalls ist „Psychologie und Schwangerschaft“ keine angenehme Lektüre. Hier eine Kostprobe: „Die übergroße Diskrepanz zwischen dem Baby, diesem im Entstehen begriffenen Lebewesen, und den Eltern, die sein Leben in jedem Moment beschützen müssen, bestimmt darüber, wie sich diese einzigartige Beziehungswelt, die auf Intimität und Reziprozität beruht, durch die Vielzahl der in der Mutter-Kind-Dyade und der Triade Mutter-Vater-
Kind verbrachten Momente entwickelt.“

Auch die Themenauswahl beschränkt sich nicht auf Inhalte, die die Kapitelüberschriften vermuten lassen, sondern spannt einen sehr weiten Bogen und wirkt somit überfrachtet. Es finden sich Unterkapitel zu Unfruchtbarkeit, Zeugung, Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsabbruch nach medizinischer Indikation, dem Erleben der Geschwisterkinder, Zwillingen, Frühgeburt, Entstehung von Traumata und vielem mehr.

Wer also etwas erfahren möchte über „Theorien zur infantilen Sexualität“, „inzestuösem familiärem Klima“ oder dem „Stillen als unzulässiger sexueller Handlung“, dem sei das Buch ans Herz gelegt. Für alle anderen Interessierten gilt, dass sie entweder auf psychologische Primärliteratur zurückgreifen müssen oder darauf warten, dass sich in der Zukunft noch einmal jemand des Themas annimmt.
Luis Alvarez-Zalamea ist Kinder- und Jugendpsychiaterin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Institut de puériculture de Paris. Dr. Véronique Cayol ist Gynäkologin am Hopital Necker, Paris, und am Hopital Delafontaine, Saint-Denis.
Verlag: Herder Verlag
Produktart: Buch
Bundtyp: Hardcover
Seiten: 288
Auflage: 1. Auflage
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 978-3-451-61387-6
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