Rezension:
von Elisabeth Schmidt-Bäumler
Erfrischend anders präsentiert die Yogalehrerin und Heilpraktikerin Anna Elisabeth Röcker das von ihr zusammengestellte Beckenbodentraining: Auf 40 handlichen Karten ist auf der Vorderseite jeweils eine Übung mit einer Zeichnung sowie einer Affirmation dargestellt, auf der Rückseite der Karte wird ihre Durchführung beschrieben. Auf zehn weiteren Karten werden sehr kurz Themen wie zum Beispiel „Beckenboden-Bewusstsein im Alltag“ oder „Visualisierungen zur Unterstützung der Beckenbodenübungen“ behandelt.
Leider ist die Autorin in der Durchführung ihrer Übungen nicht konsequent: So soll einmal während des Ausatmens der Beckenboden entspannt und einmal angespannt werden. Für den betroffenen Laien fehlen Bilder, die die Lage und Aufhängung der Beckenbodenmuskulatur am knöchernen Becken veranschaulichen. Außerdem wäre eine ausführlichere Anleitung, wie für sich selbst die Beckenbodenmuskulatur erschlossen werden kann, hilfreich. Die Autorin geht unausgesprochen von einem hohen Maß an Vorkenntnissen oder Körpergefühl aus.
Außerdem wendet sich die Autorin auf der Einführungskarte zwar an Frauen und Männer, geht jedoch in allen Formulierungen und Visualisierungsübungen immer vom weiblichen Körper aus und spart die männliche Anatomie völlig aus. Für die Hebamme bieten die Karten nichts Neues; sie sind in ihrer Kürze sogar eher irritierend. Hinweise darauf, für welchen Muskel eine Übung gedacht ist, fehlen leider ganz. Insgesamt ist das ganze Werk deutlich durch die Yogaausbildung der Autorin geprägt, worauf schon auf der Verpackung hingewiesen werden sollte.


