Rezension:
von Melanie Boß
„Wie viele Frauen verlieren ihr Kind durch eine Fehl- oder Totgeburt! Wie viele nehmen sich nicht die nötige Zeit zum Trauern und Loslassen! Wie viele sprechen nicht darüber!“ Im vorliegenden Buch sammelt Sabine Herold, selbst Mutter eines fehlgeborenen Kindes, Erzählungen von Eltern, die das Schweigen brechen. Es sind beeindruckend offene Berichte, zutiefst bewegende, sehr persönliche Beiträge. Sie erzählen von den hilfreichen wie den verletzenden Begegnungen während ihrer Trauerarbeit. Beim Lesen wird klar, wie wichtig es ist, den Eltern Zeit und Raum zu geben, das Geschehene zu fassen und ihnen etwas mitzugeben: ein Foto, ein Ultraschallbild, eine ärztlich Bescheinigung über die Schwangerschaft – einen Beweis, dass das Kind existiert hat.
Das Buch teilt sich in drei Abschnitte. Im ersten berichten Frauen von Fehlgeburten vor der 16. Schwangerschaftswoche, im zweiten Teil kommen Mütter und Väter zu Wort, die ihr Kind tot zur Welt bringen mussten oder deren Kind kurz nach der Geburt verstirbt. Im dritten Teil finden sich Fachbeiträge von zwei Hebammen, von denen eine Trauerbegleiterin ist und die andere über die Begleitung in der Folgeschwangerschaft nach einer Fehl- oder Totgeburt berichtet. Des Weiteren findet sich dort die Stimme eines Seelsorgers, der die Aufgaben erläutert, die sich Trauernden stellen. Der Anhang bietet viele hilfreiche Adressen von Anlaufstellen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Mit seinen zahlreichen Anregungen und praktischen Hinweisen ist dieses Buch eine große Hilfe nicht nur für die betroffenen Eltern und Familien, sondern auch für alle, die trauernde Eltern begleiten.


