Rezension:
von Bettina Seipel
Mit dem Buch „Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause“ hat Ulrike Harder ein umfassendes Lehrbuch für Hebammen geschrieben, in dem sie sich einzig und alleine mit den Wochen nach der Geburt auseinandersetzt. Das fast 300-seitige Fachbuch, das die Hebamme und Lehrerin für Hebammenwesen verfasst hat, glänzt durch Vollständigkeit und kompetentes Wissen. Die Kombination und Verflechtung der Themen Klinikaufenthalt und häusliche Betreuung sowie der Physiologie und Pathologie ist hervorragend gelungen. Sehr gut fand ich, dass nicht nur die eindeutig wochenbettrelevanten Themen angesprochen werden, sondern auch Grundwissen vermittelt wird (zum Beispiel die Anatomie des Beckenbodens oder die Wundheilungsphasen beim Thema Geburtsverletzungen). Betreuung nach Frühgeburt, Kindverlust und Mehrlingsgeburt, rechtliche Hinweise, Selbsthilfegruppen- und Internetadressen - die Themenvielfalt ist überwältigend. Hilfreich bei meiner derzeitigen Arbeit auf der Wochenstation war mir das Kapitel „Häufige Fragen der Eltern zum Neugeborenen und zur Säuglingspflege“. Dort werden Fragen, wie zum Beispiel „Soll ich den Po trockenföhnen?“, „Unsere Kinderzimmermöbel riechen noch sehr neu, ist das ungesund für das Baby?“ oder „Habe ich ein sogenanntes Schreibaby?“ erläutert. Ich habe das Buch jeden Tag mit auf Station dabei! Die naturheilkundigen und allgemeinen Tipps sind sehr wertvoll und zum Teil sehr kreativ. Wie bastele ich aus einer Tüte und einer Toilette ein Sitzbad? Wie kann ich mit einer 20ml-Spritze Schlupf- oder Hohlwarzen herausziehen? Die Kapitel über das Stillen bieten zwar sehr viel Wissen, dennoch können sie ein umfangreiches Stilllehrbuch nicht ersetzen. Als Resümee würde ich sagen: Dieses Buch hat seinen Platz in der „edition hebamme“ wahrhaftig verdient!.


