Rezension:
von Petra Martin
Jean Sutton, eine neuseeländische Hebamme, hat eine Methode entwickelt, mit der Schwangere durch einfache Übungen und bestimmte Körperhaltungen ihr Baby gegen Ende der Schwangerschaft in eine optimale Startposition für eine natürliche Geburt bringen können. Einführend beschreibt die Autorin die Geburtsmechanik der okzipito-anterioren Schädellage und stellt sie der okzipito-posterioren gegenüber. Dabei geht sie auf geburtsbeeinflussende Faktoren wie Fetus, Becken und Wehen ein. Zahlreiche Abbildungen ergänzen das Erklärte. Im Praxisteil des Buches gibt sie uns Hebammen äußere Erkennungsmerkmale sowie Korrekturmöglichkeiten von ungünstigen Geburtshaltungen an die Hand. Sie erklärt, welche Positionen für die Frau vor und während der Geburt förderlich sind und welche sie vermeiden sollte. So empfiehlt sie Erstgebärenden ab sechs Wochen vor dem Entbindungstermin und Mehrgebärenden ab zwei bis drei Wochen vor der Geburt möglichst oft eine aufrechte und nach vorn gelehnte Haltung einzunehmen, damit das Baby leichter in den Beckeneingang eintreten kann. Treten während der Geburt Fehlhaltungen des Kindes auf, so empfiehlt Jean Sutton der Frau, einige Treppen zu steigen, auf der Stelle zu laufen oder auch einen Fuß höher zu stellen. Unter ungünstigen Positionen der Mutter für die Geburt führt sie die Rückenlage an, weil dadurch das Knie des Geburtskanals vergrößert wird und somit der Ausgangswinkel bergauf verläuft. Dadurch wird das Pressen sehr erschwert, was oftmals unnötigerweise eine Vakuum- oder Forcepsextraktion nach sich zieht. Besser ist es, die Frau in einer aufrechten Position gebären zu lassen wie zum Beispiel in der gestützten Hocke (Gebärhocker) oder im Vierfüßlerstand. Abgerundet wird das Buch durch Fallbeispiele, die eine gute Ergänzung des vorher Beschriebenen darstellen. Ein lohnendes Buch für jede Hebamme und jeden Geburtshelfer! Es ist gut gegliedert, insbesondere durch aussagekräftige Abbildungen sehr anschaulich, und damit eine gute Arbeitshilfe. Nicht nur Neugeborene und deren Mütter, auch wir Hebammen werden von dieser Methode profitieren.


