Rezension:
von Andrea Margraf
Das Thema Bonding begegnet Hebammen alltäglich in ihrer Arbeit. Wir wissen, wie wichtig es ist, und erleben gleichzeitig, dass es in den Kliniken große Unterschiede in der Gestaltung dieser sensiblen Phase gibt. Die Autorin, eine erfahrene Hebamme, fasst in diesem Buch fundiertes Wissen über das Bonding zusammen und untermauert dies mit wissenschaftlichen Evidenzen.
Zunächst einmal wird der Begriff definiert und die spezifischen Merkmale werden beschrieben. Ausführlich wird die Physiologie dieser Phase dargestellt und gibt Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Geburtsschmerzes. Beschrieben wird ein „Bonding-Apgar“: Er beruht auf Verhaltensweisen wie Körper- und Blickkontakt, Berührungen und anderen Zeichen, die auf ein gutes Bonding schließen lassen.
Die Beeinträchtigung und Störung des Bondings kann viele Ursachen haben. Ausführlich werden die Auswirkungen von Medikamentengaben bei der Geburt, PDA und medizinischer Interventionen erklärt. Diese sind zwar durchaus Hilfen bei schwierigen Geburten, können aber im Hinblick auf das Bonding langfristige Störungen zur Folge haben. Die Autorin geht intensiv darauf ein, wie das Bonding bereits in der Geburtsvorbereitung, nach der Geburt und im Wochenbett gefördert werden kann. Das sind Möglichkeiten, die wir aus unserer täglichen Arbeit kennen. Aber auch Varianten werden beschrieben, die für die eine oder andere Kollegin vielleicht neu sind. Auch das Bonding in besonderen Situationen – beispielsweise bei Sectio, Frühgeburt oder Trennung – wird thematisiert.
Gespickt mit praktischen Hinweisen für Hebammen und kompakten Informationen lässt sich das Buch gut lesen und ist gewissermaßen ein „Bonding-Grundlagenwerk“, das in keinem Kreißsaal fehlen sollte.


